Arbeitskreis Angewandte Gesprächsforschung

Über den Arbeitskreis

Aufgaben des Arbeitskreises

Dem Arbeitskreis gehören ExpertInnen für Sprache und Kommunikation aus der Bundesrepublik Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden an.

Die Mitglieder des Arbeitskreises beschäftigen sich aus sprachwissenschaftlicher Sicht mit Gesprächen und kommunikativen Störungen, die in diesen auftreten können.

Der Arbeitskreis versteht sich als Schnittstelle zwischen sprachwissenschaftlicher Forschung und kommunikativer Praxis. Er vermittelt Expertisen, Beratungen und Trainings, um kommunikative Probleme in beruflicher Kommunikation zu diagnostizieren und zu beheben.

Unsere Arbeit

Wir analysieren berufliche Kommunikation und erarbeiten Lösungen für spezifische kommunikative Probleme, die in ihr auftreten. Dazu

  • dokumentieren, verschriftlichen und beschreiben wir Gespräche
  • analysieren wir die kommunikativen Anforderungen, die an die Gesprächsbeteiligten gestellt werden, und die Schwierigkeiten, die es bereitet, ihnen gerecht zu werden
  • vermitteln wir die Ergebnisse und Lösungen sowohl in die Wissenschaft wie auch in die Praxis
  • entwickeln wir didaktische Konzepte für Beratung und Training.

Die Arbeitsbereiche

In unseren bisherigen Untersuchungen haben wir Gespräche aus folgenden Praxisbereichen bearbeitet und Expertisen sowie Beratungs- und Trainingskonzepte für sie erstellt:

  • Wirtschaft (z.B. Reklamationsgespräche, Verhandlungen, Besprechungen, Call-Center-Telefonate)
  • Verwaltung (z.B. Beratungen und Antragstellungen in Behörden und Verwaltungen)
  • Politik (z.B. Auseinandersetzungen über Umweltfragen)
  • Medizin und Krankenpflege (z.B. Arzt-Patienten-Kommunikation; Krankenpflege, Gesundheitsaufklärung in den Medien)
  • Bildung (z.B. Unterrichtsevaluation, Zweitspracherwerb)
  • interkulturelle Kommunikation in verschiedenen Handlungsfeldern
  • medial vermittelte Kommunikation (z.B. Videokonferenzen)

Die Besonderheiten unserer Arbeitsweise

  • Wir erstellen eine genaue Diagnose der spezifischen Kommunikationsprobleme, die mit einzelnen Gesprächsformen verbunden sind.
  • Dies erfolgt ausschließlich durch die Analyse authentischer Gespräche aus der Berufspraxis.
  • Die Verwendung von Verschriftlichungen (Transkripten) ermöglicht eine detaillierte Analyse von Gesprächsverläufen und Kommunikationsproblemen. Kommunikative Störungen werden so systematisch und konkret erhoben.
  • Die Analyse liegt zeitlich vor Beratung und Training. Sie erfolgt nicht ad hoc in der Trainingssituation.
  • Bei der Analyse kann auf den umfangreichen von der Gesprächsforschung erarbeiteten Wissensfundus über Muster und Formen der Kommunikation einerseits und über typische Kommunikationsprobleme andererseits zurückgegriffen werden.
  • Beratung und Training zielen auf die Bewußtmachung und Vermittlung eines Spektrums von Handlungsmöglichkeiten. Durch die Arbeit an konkreten Beispielen aus der eigenen Praxis wird eine hohe Kreativität und Flexibilität im beruflichen Kommunikationshandeln erreicht.

Informationen zum Arbeitskreis

Der Arbeitskreis besteht seit 1987. Die Mitglieder treffen sich zweimal im Jahr, um Arbeitsergebnisse auszutauschen. Die Mehrheit der Mitglieder arbeitet an Universitäten, einige sind freiberuflich als KommunikationstrainerInnen tätig.

Mehr über unsere Arbeitsweise ist nachzulesen in:

Angewandte Diskursforschung. Bd. 1 und 2. (Als elektronische Version (PDF) Hrsg. v. Gisela Brünner, Reinhard Fiehler u. Walther Kindt.
Radolfzell: Verlag für Gesprächsforschung 2002.