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Sonntag, 06. März 2011
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Das Wunder der Sprache Das Wunder der Sprache

Rezension: Das Wunder der Sprache: Probleme, Methoden und Ergebnisse der Sprachwissenschaft. 5., durchges. Aufl.

Porzig, Walter

München: Francke 1971

Porzig hat sich als Ziel gesetzt, die Probleme, Methoden und Ergebnisse der (damals) modernen Sprachwissenschaft verständlich darzustellen. Für ihn ist die Sprache der Grundstein für Gemeinschaft, auf der die menschliche Kultur gründet. Porzig baut sein Buch so auf, dass in jedem der sieben Kapitel ein anderer Aspekt der Sprache betrachtet wird.

Das erste Kapitel beschäftigt sich mit den Anfängen der Sprachwissenschaft. Dabei liegt die Frage zugrunde, weshalb Dinge den Namen tragen, den sie haben. Porzig zeigt hier die geschichtliche Entwicklung der Sprache.

Das zweite Kapitel rekonstruiert ein protokolliertes Gespräch zwischen einem Psychologen, einem Zoologen, einem Sprachwissenschaftler und einem Gast aus Amerika. Das Thema der Unterhaltung ist natürlich die Sprache, wobei hier noch die Frage im Raum steht, was genau Sprache ist und ob Tiere ebenfalls eine Sprache besitzen. Es werden verschieden Kriterien aufgezeigt, die typisch für Sprache sein sollen.

Das dritte Kapitel ist in sieben Punkte unterteilt. Der erste Teil liefert Beschreibungen und Definitionen von Sprache. Dann werden Methoden vorgestellt, mit deren Hilfe die Mittel der Sprache und die Schrift erforscht werden. Der dritte Teil zeigt die verschiedenen Aufgaben der Sprache auf. Im vierten Teil wird deutlich, dass der Wortschatz in Wort- bzw. Bedeutungsfelder unterteilt werden kann. Als nächstes wird die Gliederung von Sätzen thematisiert. Der sechste Unterpunkt führt die Unterscheidung zwischen Satzgliedern und Wortarten ein. Schließlich werden die Vermittlung von Sprache mit Hilfe der Sinne (dem Gehör) und ihr physischer und physikalischer Ablauf erklärt.

Das vierte Kapitel möchte den Zusammenhang zwischen der Sprache und der Seele aufzeigen. Dieses Kapitel ist in fünf Gebiete unterteilt. Porzig beginnt mit dem Bewusstsein und Unterbewusstsein beim Sprechen. Dann macht er deutlich, dass die einzige Anschauungsform, unter der wir Erfahrungen erleben können, die Zeit ist. Als nächstes geht er auf das Zusammenspiel von Leib und Seele beim Sprechen ein. Im vierten Teil erfährt der Leser, dass sich in den Gestalten der Sprache der Aufbau des Seelenlebens widerspiegelt. Als Letztes stellt Porzig die Beziehung der Seele zur Außenwelt dar.

Das fünfte Kapitel beschäftigt sich mit Sprachgemeinschaften. Es werden räumliche sowie gesellschaftliche Aspekte berücksichtigt. Der Unterschied zwischen Hoch- und Alltagssprache wird verdeutlicht. Im folgenden Kapitel werden der Sprachwandel und seine Ursachen aufgezeigt.  Im siebten und letzten Kapitel trifft man dann auf den Sprachvergleich. Hier wird noch einmal die historische Entwicklung der Sprache dargestellt, wobei auf die Unterschiede der einzelnen Ursprungssprachen eingegangen wird.

Porzigs Buch ist fein und logisch strukturiert. Die Sprache ist leicht zu verstehen, und wenn Fachbegriffe verwendet werden, dann werden diese im Anhang ausführlich erklärt. Porzig thematisiert wesentliche interessante Aspekte der Sprachwissenschaft. Er informiert zum Beispiel detailliert über die geschichtlichen Abläufe, erklärt Strukturen der Sprache und ihren Wandel. Außerdem geht er noch auf die psychologische Seite der Sprache und ihrer Vermittlung ein. Im Anhang findet man nicht nur Worterklärungen, sondern auch Literaturhinweise und Namenregister.

Ich möchte abschließend sagen, dass dieses Buch lesens- und empfehlenswert ist und der Autor sein Ziel erreicht hat. Denn er liefert dem Leser eine verständliche Einführung in die Sprachwissenschaft. Ich stimme also Heinz Rupp zu, wenn er in seinem Vorwort behauptet, dass Porzig mit diesem Buch ein "großartiger Wurf" gelungen sei.

Rezension aus dem Essener Grundkurs Sprachwissenschaft.
Rezensiert von Susanne Skipiol. Jahr: 2002


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