Mein erstes Lexikon: Das multimediale Lexikon für Kinder ab 4 Jahren

Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag 1995

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Die Grunddaten

Die CD-Rom "Mein erstes Lexikon" ist ein sehr umfangreiches und gleichzeitig abwechslungsreiches Nachschlagewerk für Kinder. Die CD bietet über 1250 Bildschirmseiten mit 1100 Abbildungen. Weiterhin 850 Animationen, 2500 gesprochene Texte und 3000 einzelne Toneffekte. Diese Angaben gibt jedenfalls der Hersteller vor, und nach mehrmaligem Proben der CD neige ich dazu, sie zu glauben.

Die Handhabung

Nach einer schönen und vor allem übersichtlichen Eingangsseite hat der Nutzer die Möglichkeit, mehrere Optionen zu aktivieren. So kann er das im oberen Bildschirmabschnitt abgebildete Alphabet anklicken und kommt so zu Stichworten, die den entsprechenden Buchstaben zugeordnet sind. Im unteren Bildschirmabschnitt befinden sich zwei "Eselsohren", mit deren Hilfe jeweils vor- und zurückgeblättert werden kann. AuSSerdem ist noch eine Befehlszeile im unteren Abschnitt angeordnet mit den Optionen: "Überraschung", "Zurück", "Spiele", "Blitzsuche", "Hilfe" und "Ende". Der wichtigste Befehl ist sicherlich die "Zurück"-Option, da diese es dem Kind ermöglicht, seine letzten zehn Stationen noch einmal nachzuvollziehen und sich eventuell noch einmal dahin zu klicken (jeder Internet-Browser, für große Kinder, hat diese Funktion auch).

Beispiel: Abendessen

Unter dem Begriff "Abendessen" erscheint eine kurze schriftliche Erklärung des Wortes, mit einer nebenstehenden Grafik eines typisch deutschen "Abendessens". Des weiteren hat das Kind noch die Möglichkeit, sich den Text durch Klicken auf die "Trompete" vorlesen zu lassen. Als besonders amüsantes Extra lassen sich die Grafiken auch anklicken; sie werden daraufhin mit Animationen und Tönen unterstützt.

Besonders erfreulich und spannend finde ich, daSS sehr viele Begriffe - wie auch dieses Beispiel - in einen Sachkontext gebracht werden. Dies wird hier mit einem Extra-Kästchen "Mahlzeiten" erreicht. Nach Anklicken des Kästchens werden sieben "Mahlzeiten" (Frühstück, Abendessen, Grillen usw.) angezeigt, die wiederum einzeln geöffnet werden können.

Durch dieses Verbinden einzelner Begriffe untereinander kann das Kind herrlich im gesamten Lexikon "herumsurfen".

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Die Befehlsleiste

Für fortgeschrittene Nutzer empfiehlt sich besonders die Option "Blitzsuche". Dieser anklickbare Befehl bietet die Möglichkeit, ganz gezielt und schnell bestimmte Schlagwörter einzusehen.

In dieser Option läßt sich das gesuchte Wort selbst eingeben oder in der nebenstehenden Liste nachschlagen.

Beispiel: Blitzsuche

Bei minimalen Rechtschreibfehlern korrigiert das Lexikon selbständig ("afe" führt zu "Affe, der"). Diese Funktion erlaubt älteren Kindern, dieses neue Medium auch im herkömmlichen Sinne als Nachschlagewerk, zu nutzen.

Die Option "Überraschung" erlaubt es den Kindern, sich per Zufallsgenerator durch die Stichwörter surfen zu lassen, wobei mir der Sinn dieses Befehls verborgen bleibt.

In der Option "Spiele" öffnen sich drei Spiele (Rate mal", "Buchstabieren" und "Was ist das"). Alle drei Varianten zeichnen sich besonders durch witzige Animationen - meistens als Belohnung/Gewinn - und Töne aus. Beim "Buchstabieren" (es gibt hier drei Schwierigkeitsstufen) hat das Kind sechs Versuche, das angezeigte Wort richtig zu buchstabieren. Gelingt dies nicht, wird das Wort angezeigt. Bei einem erfolgreichen Versuch wird das Kind mit einem aufbauenden Jubel und einer netten Animation für seine Bemühungen belohnt.

Bei dem Spiel "Was ist das" müssen Töne entsprechenden Objekten zugeordnet werden, was stellenweise sehr verwirrend ist. Der tolle und laute Tusch nach einem gelungenden Versuch entschädigt aber für das angestrengte Lauschen.

Das Spiel "Rate mal" ist weitaus langweiliger als der Titel verspricht. Selbst die wiederum tollen Animationen (natürlich im Erfolgsfall mit Tusch) können dies nicht entscheidend ändern.

Die Option "Hilfe" bietet eine Einführung für die Eltern und die Möglichkeit, sich diverse Bildschirmseiten auszudrucken.

Der "Ende"-Button entläßt das Kind ohne weitere Probleme aus dem Programm, was bei anderen CDs nicht so schön einfach ist.

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Bewertung

Pro:

Umsetzung des Multimedia-Gedankes: größtenteils gute Grafiken, gute Ton/Sprecheinheiten, witzige und technisch anspruchsvolle Animationen.

  • Spielerisches Element
  • Nach Einarbeitung mit den Eltern leicht zu bedienen

Contra:

  • Teilweise unpassende Grafiken oder Töne (Bsp.: "Alge", wird mit Möwengeschrei untermalt). Kann verwirrend sein.
  • Die Altersangabe ist zu niedrig. Lesekenntnisse sind fast zwingend erforderlich, trotz guter und vieler Tonbeispiele.

Rezensiert von Sascha Greinke. Jahr: 1996

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