miteinander reden

Habilitationsprojekt:

Dialogische Hypermedia-Entwicklung
als Mittel zur Verbesserung der Verständlichkeit

Autor: Hermann Cölfen

Projektdauer: 1999-2005

Das Projekt ist abgeschlossen; das Lernpäckchen "Miteinander Reden" kann genutzt werden unter: <www.linse.uni-essen.de/miteinanderreden/index.htm>

Projektskizze

Wissenschaften und Wissenschaftler möchten und sollen sich verständlich machen,

  • um ihre Theorien, Methoden und schließlich auch die Ergebnisse ihrer Arbeit einem größeren Personenkreis vermitteln zu können,
  • um mit neuen Rezipientenkreisen in einen Dialog treten zu können,
  • um ausgrenzende Traditionen im Zuge einer weiteren Demokratisierung von Wissenschaft abzubauen und
  • um verzichtbaren akademischen Ballast (z.B. Akademismen) abzuwerfen.

Die Erforschung der Verständlichkeit gesprochener und geschriebener Sprache hat innerhalb der Linguistik unterschiedliche Theorien und Modelle hervorgebracht (vgl. Biere 1989 und 1991). Praktische Vorschläge für die Verbesserungen der Verständlichkeit (zuletzt, mit sprachdidaktischer Perspektive: Ballod 2001) beziehen sich dabei bislang auf Texte in traditionellen Medien.

Mit dem Auftreteten und der zunehmenden Verbreitung von Hypermedien eröffnen sich in den letzten Jahren (auch) für die Wissenschaften neue Möglichkeiten, die oben genannten Ansprüche zu realisieren. Zunehmende Professionalisierung und Realisierung hypermedialer Potenziale bringen neue mediale Konstellationen bzw. Medien-Konglomerate hervor: eine Prüfung oder vielleicht gar Erweiterung bestehender Verständlichkeitskonzepte mit Blick auf Hypermedien ist daher sinnvoll.

Im Mittelpunkt des empirischen Teils dieser Untersuchung steht die Entwicklung eines Hypermediums zur Gesprächsanalyse. Ausgewählte Kernbegriffe und -theorien der linguistischen Gesprächsanalyse sollen (a) Schüler der Sekundarstufe 2 und (b) Studierenden der Germanistik im Grundstudium vermittelt werden. Dabei soll das Hypermedium während seiner Entwicklung von Repräsentanten der späteren Nutzer und einer Expertengruppe fortlaufend und regelmäßig kommentiert, kritisiert und in Teilen weiterentwickelt werden.

Im Rahmen dieser dialogischen Hypermedia-Entwicklung sollen drei ausgewählte Gruppen den Entwicklungsprozess im Zeitraum von 12 Monaten mitgestalten:

  1. eine Gruppe von ca. 20 Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe 2
  2. eine Gruppe von ca. 20 Studentinnen und Studenten der Germanistik im Grundstudium und
  3. eine Gruppe von ca. 10 Expertinnen und Experten aus dem Arbeitskreis für Angewandte Gesprächsforschung.

Nach Abschluss der empirischen Phase werden der Entwicklungsprozess dokumentiert, analysiert und die Chancen, Probleme und Perspektiven eines solchen Verfahrens reflektiert und systematisch dargestellt.

Literatur

Eigene Vorarbeiten zum Thema

  • Cölfen, Elisabeth; Cölfen, Hermann; Schmitz, Ulrich (1997): Linguistik im Internet. Das Buch zum Netz. Westdeutscher Verlag: Opladen.
  • Cölfen, Hermann; Schmitz, Ulrich (1997a): Zur Synergie von Text und Bild in wissenschaftlichen Hypertexten. Theoretische und praktische Entwicklung multimedialer interaktiver Lernsoftware. In: Knorr, Dagmar; Jakobs, Eva-Maria (1997): Textproduktion in elektronischen Umgebungen. Frankfurt/M., Berlin, Bern, New York, Paris, Wien, S. 223-236.
  • Cölfen, Hermann; Schmitz, Ulrich (1997b): Aktives Lernen mit Hypermedia. Neue Lernsoftware für Sprache und Linguistik (Projektskizze). In: Berndt, Elin-Birgit; Schmitz, Ulrich (Hg.): Neue Medien im Deutschunterricht. Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie (OBST) 55. Oldenburg, S. 186-198.
  • Cölfen, Elisabeth; Cölfen, Hermann; Schmitz, Ulrich (1999): Hypermedia in der linguistischen Hochschullehre. Einblicke in Essener Werkstücke. In: A. J. Han Vinck (Hg.): Multimedia-Ringvorlesung Universität GH Essen, Sommersemester 1999. Essen: Universität [ohne Paginierung; 19 S.]
  • Cölfen, Hermann; Schmitz, Ulrich: Hochschullehre im Internet - Anspruch und Praxis. In: Beate Tröger (Hg.): Wissenschaft online. Elektronisches Publizieren in Bibliothek und Hochschule. Frankfurt/M. 2000: Klostermann, S. 145-169
  • Cölfen, Elisabeth; Cölfen, Hermann; Schmitz, Ulrich: Text-Bild-Kohärenz in Hypermedia. Verständniserleichterung durch mediengerechte Inhaltsgestaltung. In: Ingrid Böttcher u.a. (Hg.): Textproduktion und Textdesign. Theorien, Techniken und Strategien professioneller Textherstellung. [ca. 20 S.; erscheint Mitte 2001]

Zitierte Literatur

  • Ballod, Matthias (2001): Verständliche Wissenschaft. Ein informationsdidaktischer Beitrag zur Verständlichkeitsforschung. (Forum für Fachsprachen-Forschung, 57) Tübingen: Narr.
  • Biere, Bernd Ulrich (1989): Verständlich-Machen. Hermeneutische Tradition - Historische Praxis - Sprachtheoretische Begründung. Tübingen.
  • Biere, Bernd Ulrich (1991): Textverstehen und Textverständlichkeit. Heidelberg.

Kontakt

E-Mail: hermann.coelfen@uni-essen.de