Zur Geschichte der Gesprächsforschung
 
 
 
 
In der Ethnomethodologie geht es darum, Regeln zu entdecken und zu beschreiben, nach denen Mitglieder einer Gesellschaft sozial handeln. Dies wird zum Beispiel durch so genannte teilnehmende Beobachtung und das Protokollieren der Handlungen erreicht.



 

Die systematische Erforschung von Gesprächen begann in den 1970er-Jahren in den USA mit der so genannten Conversation Analysis, die sich in Deutschland unter verschiedenen Bezeichnungen in mehreren geisteswissenschaftlichen Disziplinen (Soziologie, Philosophie, Linguistik, Kommunikationswissenschaft) etabliert hat.

Die Conversation Analysis ist ein Bestandteil der Ethnomethodologie, die Ende der 1960er-Jahre durch die Soziologen Aaron Cicourel und Harold Garfinkel begründet wurde. Die ethnomethodologische Forschung bezieht sich unbedingt auf eine empirische Datengrundlage: Gespräche werden mit einem Tonband aufgezeichnet und anschließend verschriftet (transkribiert). Die so genannten Transkripte bilden dann die Grundlage für Analysen. Innerhalb der Conversation Analysis stehen Alltagsgespräche im Mittelpunkt des Forschungsinteresses.


Harold Garfinkel
Aaron Cicourel

In Deutschland haben sich - angeregt durch die amerikanische Conversational Analysis - im Laufe der letzten drei Jahrzehnte mehrere Forschungsrichtungen bzw. Begriffe etabliert. Zu den bekanntesten gehören:
die Konversationsanalyse
die Gesprächsanalyse
die Dialoganalyse
die Diskursanalyse
die Angewandte Diskursforschung
Dabei sind die Begriffe bzw. Bezeichnungen leider nicht trennscharf: Gespräch, Dialog, Diskurs, Konversation ... bezeichnen häufig Gleichbedeutendes oder Bedeutungsähnliches.
So sind beispielsweise die Unterschiede zweier Untersuchungen, von denen die eine als Gesprächsanalyse und die andere als Diskursanalyse bezeichnet wird, allein vom Begriff her nicht zu erkennen.