Dritte PortaLingua-Tagung an der Universität Essen
Fiedler, Manuel (2003)
Präsentation der Zwischenergebnisse und Diskussionen über die Zukunft von PortaLingua
Projekt PortaLingua: www.portalingua.uni-essen.de
Die
dritte und letzte PortaLingua-Projekttagung stand vorwiegend im Zeichen
des nahenden Projektendes im Februar 2004. Auf der Tagesordnung standen
sowohl die Präsentation des Arbeitsstandes der einzelnen Teilprojekte
als auch zwei Besprechungen zum PortaLingua-Buchprojekt sowie zur
Nachhaltigkeit des PortaLingua-Portals und des gesamten Projekts. Wie im
vergangenen Jahr erhielten Vertreter jedes Teilprojekts die
Möglichkeit, in 20- bis 30-minütigen Präsentationen die bisherigen
Projektergebnisse vorzustellen und einen Ausblick auf die Arbeit im
verbleibenden Projektjahr zu geben.
Essen: LINSE mit neuem Gesicht – Lernmodule wurden erweitert
Elisabeth Cölfen und Ralf Pörings stellten kurz den Stand des
Teilprojekts LINSE/Linkolon vor. Sowohl die Technik als auch das Layout
von LINSE wurden im vergangenen Jahr komplett überarbeitet. LINSE wurde
auf das Content Management System WebEdition umgestellt. Alle Seiten
verfügen nun über ein einheitliches Design und die einzelnen Seiten sind
durch Verwendung von PHP sowohl themen- als auch rubrikenspezifisch
gegliedert. Die Einzelseiten werden dabei automatisch generiert, so dass
keine toten Links vorhanden sind. Das CMS bietet ebenfalls den Vorteil,
dass Einträge zeitgesteuert veröffentlicht werden können. Der Autor
kann nun angeben, wann ein Eintrag veröffentlicht werden soll und wie
lange er im Angebot belassen wird. Die technische Umstellung ermöglicht
außerdem die Bearbeitung einzelner Bereiche durch verschiedene Autoren
mit unterschiedlichen Rechten und von jedem Rechner aus, der über einen
Internetzugang verfügt. Neben diesen technischen Änderungen wurde vor
Allem die LINSE-Linkdatenbank im Verlauf des letzten Jahres deutlich
erweitert. Auch in den anderen Rubriken wird die LINSE nach wie vor
kontinuierlich ausgebaut. Im Bereich der Lernmodule hat die
Projektgruppe ihr Angebot ebenfalls entscheidend ausgebaut. Neben den
zum Zeitpunkt der letzten Tagung bereits fertig gestellten Modulen zu
den Themen Semantik und Morphologie wurden im vergangenen Jahr
Lernpäckchen zu den Themen Semiotik, Soziolinguistik, Grammatik,
Sprachgeschichte und Syntax erstellt. Außerdem wurde damit begonnen, das
Skript zum Grundkurs Linguistik zu einem Studierplatz umzusetzen, der
alle für den Grundkurs relevanten Informationen enthält und zusätzlich
an entsprechenden Stellen auf die Lernmodule zu den einzelnen Themen
verweist. Parallel zur Entwicklung der neuen Module wurde das Modul
Semantik im SS 2002 evaluiert. Die Publikation zu den Ergebnissen dieser
Evaluation ist im PortaLingua-Portal als PDF verfügbar. In der
verbleibenden Projektzeit sollen die vorhandenen Module inhaltlich
ausgebaut werden. Außerdem wird LINSE weitergehend ausgebaut und
gepflegt. Abschließend wies Elisabeth Cölfen darauf hin, dass die
Linkdatenbank zu einem noch umfassenderen Angebot wachsen werde. Hierbei
seien die anwesenden Projektpartner nachdrücklich eingeladen,
Vorschläge für die Aufnahme von Links zu unterbreiten.
LINSE: www.linse.uni-essen.de/linse/index.php
Linkdatenbank: www.linse.uni-essen.de/inlink/index.php
Linkolon-Lernmodule: www.linse.uni-essen.de/linkolon/index.htm
Bielefeld/Münster: BabelOn/liOn
Horst Flohr und Gert Rickheit stellten die Zwischenergebnisse des
Teilprojekts Bielefeld vor. Nach Aussage von Horst Flohr ist das
langfristige Ziel, die Umstellung des bisherigen Programmes BabelOn auf
liOn, wie geplant erreichbar. liOn soll sowohl über die URL
http://www.linguistikonline.com/ als auch über PortaLingua erreichbar
sein. Die bestehende Software BabelOn wurde technisch überarbeitet. Sie
erhielt ein neues Layout, eine neue Navigation sowie eine bessere
Funktionalität. Zur Zeit wird in Bielefeld das neue Modul Klinische
Linguistik erstellt und integriert, das in Münster entwickelte Modul
Pragmatik soll ebenfalls in BabelOn eingefügt werden. Die im Verlauf des
letzten Jahres durchgeführte Evaluation von BabelOn führte nach Aussage
von Horst Flohr zu positiven Ergebnissen: „Die Ergebnisse der
Evaluation waren ermutigend, die Studenten hatten durch den Einsatz des
Programms bessere Ergebnisse.“ Im WS 2002/03 seien außerdem zeitweise
bis zu 200 User gleichzeitig im System gewesen. Geplant sind für die
nächste Zeit die Integration interaktiver Flashmodule sowie die
Erstellung von Einführungsmodulen zur Zeichentheorie/Semiotik und zum
Thema Methodik. Die Gestaltung der E-Learning-Infrastruktur an der
Universität Bielefeld ist weiterhin unklar. Das Projektteam hat bereits
die Lernplattform Blackboard getestet, die aber zu kostspielig ist. Die
technischen Rahmenbedingungen für den uneingeschränkten Einsatz der
entwickelten Software sind noch nicht gewährleistet.
Frank
Schumacher stellte den Stand der in Münster für liOn entwickelten Module
vor. Im vergangenen Jahr wurden die fertig gestellten Module Semantik
und Korpuslinguistik weiter gepflegt. Zu den Themen Pragmatik und
Phonologie werden derzeit neue Module entwickelt, die im WS 2003/04
bereit stehen sollen. Geplant ist darüber hinaus die Produktion des
Moduls Sprache und Computer, in welches das bestehende
Korpuslinguistik-Modul eingegliedert werden soll. Neben der Kooperation
mit Bielefeld existiert nun eine weitere Zusammenarbeit mit dem
MiLCA-Projekt, welches Module zur Computerlinguistik entwickelt. Diese
Kooperation sei sinnvoll, um Doppelentwicklungen zu vermeiden, die
gegenseitige Integration von Inhalten zu ermöglichen und vom technischen
Know-How des Kooperationspartners wechselseitig zu profitieren.
Aufgrund dieser Entwicklung wurde die ursprüngliche Planung der Module
so modifiziert, dass MiLCA und die Münsteraner Module einander möglichst
gut ergänzen. Die Lernsoftware wird zur Vor- und Nachbereitung von
Lehrveranstaltungen sowie zum Einsatz in den Seminaren genutzt. Im
Rahmen der Evaluation wurden statt der herkömmlichen Folien
beispielsweise Animationen und Bilder aus den Modulen verwendet. Die
Module sollen auch weiterhin im Rahmen der Lehre eingesetzt werden, in
erster Linie dienen sie jedoch den Studierenden zum Selbststudium. Damit
die Studierenden dieses Angebot nutzen können, werden geeignete Rechner
zur Verfügung gestellt. Im Rahmen der an der Universität Münster neu
eingerichteten Studiengänge Language, Text and Information (BA/MA) sowie
Englische Sprach- und Textwissenschaft (Anwendungsfach des Studiengangs
Informatik) ist der Einsatz von E-Learning-Angeboten vorgeschrieben.
Dies, so Frank Schumacher, stelle die Nachhaltigkeit der
Projektergebnisse sicher.
BabelOn: luna.lili.uni-bielefeld.de
Erfurt: Die Datenbank WaKo Training wird als Onlineversion veröffentlicht
Im Laufe des vergangenen Jahres hat sich das Erfurter Teilprojekt für
eine Umsetzung des Programmes WaKo 3D als Online-Datenbank entschieden.
Die geplante CD-Veröffentlichung wurde nach Aussage von Michael Giesecke
aus verschiedenen Gründen nicht realisiert, jedoch wird eine CD mit
eingeschränktem Funktionsumfang für den internen Gebrauch erstellt. Die
Programmierung der Datenbankstruktur ist abgeschlossen, momentan werden
die rund 2000 Einzeldokumente technisch überarbeitet und in die
Datenbank eingefügt. Bis zum Ende des Jahres 2003 sollen diese Arbeiten
abgeschlossen sein. Dann wird es im Internet eine frei zugängliche
Basisversion geben, die als Nachschlagewerk dienen kann. Darüber hinaus
ist die Anpassung von WaKo 3D für unterschiedliche Nutzergruppen
geplant. Diese Anpassung wird, so Michael Giesecke, sowohl die
Erstellung eines unterschiedlichen Erscheinungsbildes als auch die
Strukturierung eines auf die Bedürfnisse der einzelnen Nutzergruppen
zugeschnittenen Angebots umfassen. Die Nutzergruppen können nach Erwerb
einer Einzel- oder Gruppenlizenz eigene Dateien in die Datenbank
integrieren und die Parameter der Datenbank verändern. Diese Änderungen
werden gruppenintern und zeitlich begrenzt gespeichert.
Die
Architektur der Datenbank wurde im vergangenen Jahr stark verändert: Der
Nutzer kann das Angebot anhand der vier „Dimensionen“ Theorieinputs,
Schlüsselqualifikationen, Hilfsmittel/Medien und Übungen an seine
persönlichen Bedürfnisse anpassen und dementsprechend bearbeiten. Die
einzelnen Dimensionen sind in entsprechende Unterthemen gegliedert. Die
Einträge der Datenbank können außerdem mit Hilfe einer modularen und
einer kategorialen Ansicht angezeigt werden. Die Basisversion von WaKo
3D wird mit einem Standardrepertoire an Übungen zur Verfügung gestellt;
das Angebot der lizenzierten Version geht über dieses Übungsrepertoire
hinaus. Laut Michael Giesecke ist die technische Umsetzung der Datenbank
mit Hilfe von mySQL und PHP für die nachhaltige Nutzung der Datenbank
„wunderbar geeignet“.
WAKO 3D: www.uni-erfurt.de/kommunikationswissenschaft/index_wako3d.htm
Halle: Textlinguistik und Kommunikationstraining
Jörg
Wagner erläuterte den Stand des Teilprojektes Halle, wo die Entwicklung
des Moduls zur Textlinguistik abgeschlossen wurde. Nun soll das Modul
in XML annotiert und anschließend zur Einbindung in liOn bereitgestellt
werden. Das Modul wurde außerdem im WS 2002/03 erstmals für die
Durchführung eines reinen E-Learning-Seminars, in dessen Rahmen die
Lernplattform LernPlus verwendet wurde, eingesetzt. Die Erfahrungen, die
aus diesem Experiment hervorgegangen sind, wurden in einem
Erfahrungsbericht publiziert, der auf der Projekthomepage als PDF zur
Verfügung steht. Das Modul Textlinguistik kann sowohl zum Einsatz in
Seminaren als auch zum Selbststudium (E-Learning-Kurs) genutzt werden.
Als Beispiel für die Nutzung zum Selbststudium präsentierte Jörg Wagner
ein Flashmodul zur schrittweisen Textanalyse, das dem Nutzer
verdeutlichen soll, wie sich das Wissen über einen Text aufbaut. Alle
verwendeten Flash-Module können selbstständig erarbeitet werden, und die
Nutzer können die Ergebnisse zusätzlich an einen zuvor eingetragenen
Tutor senden, der dann bei Bedarf ein Feedback geben kann. Zusätzlich zu
solchen Übungsmodulen enthält das Programm weitere Vertiefungsmodule,
in denen sich die Nutzer ebenfalls selbstständig ihr Wissen erarbeiten
können. In nächster Zeit soll neben der o.g. Integration des Moduls in
liOn auch - in Kooperation mit dem Teilprojekt Dresden - der
Aufgabenpool zum Thema Textanalyse erweitert werden. Das ebenfalls in
Halle entwickelte Modul zum Thema Kommunikationstraining ist noch in
Bearbeitung. Hier werden zurzeit etwa 100 Stunden Videomaterial über
authentische Kommunikationstrainings gesichtet. Diese Sichtung und
Auswahl des zu verwendenden Materials ist nahezu abgeschlossen, und ab
August 2003 sollen die ausgewählten Ausschnitte in digitalisierter Form
für Übungsaufgaben verwendet werden.
Zusätzlich zu den beiden
genannten Modulen erstellte das Teilprojekt Halle im Verlauf des letzten
Jahres auch das Modul Der kleine Prinz in 100 Sprachen. Diese in
Zusammenarbeit mit der Romanistik und DaF entwickelte Anwendung enthält
einen kurzen Ausschnitt aus dem Buch Der kleine Prinz, aus dem
Ausschnitte sowohl in schriftlicher als auch in (von Muttersprachlern)
gesprochener Form dargestellt werden. So erhält der Nutzer einen
Überblick über die verschiedenen Sprachen und deren Besonderheiten und
Dialekte. Die Sprachbeispiele können anhand einer Weltkarte oder mit
Hilfe einer Übersicht über die Sprachfamilien ausgewählt werden.
Zusätzlich sollen mittelfristig noch Übungen eingefügt werden, die sich
mit verschiedenen Betrachtungsweisen von Sprache beschäftigen sollen.
Abschließend
wies Jörg Wagner darauf hin, dass die nachhaltige Nutzung der Module in
Halle nicht gewährleistet sei, da (noch) keine geeignete Infrastruktur
zur Verfügung stehe.
"Textlinguistik", "Kommunikationstraining" und "Der kleine Prinz in 100 Sprachen" : www2.germanistik.uni-halle.de/portalingua/
IDS Mannheim: ProGr@mm mit neuem Design und ausgebauten Inhalten
Horst Schwinn und Klaus Vorderwülbecke stellten die wichtigsten
Neuerungen und Überarbeitungen der am IDS Mannheim entwickelten
Anwendung Progr@mm vor. Zu den wichtigsten dieser Neuerungen zählt die
verbesserte Programmoberfläche von ProGr@mm, die vor allem eine
Konsequenz aus dem Nutzerfeedback ist. Eine Evaluation hatte unter
Anderem ergeben, dass die Navigationsübersicht im linken Frame als
„nicht sehr schön“ empfunden wurde, wie Horst Schwinn formulierte.
Progr@mm erhielt daraufhin eine übersichtlichere Navigation. Auch
inhaltlich wurde Progr@mm deutlich weiterentwickelt: Die Rubrik
Rechtschreibwörterbuch wurde gestrichen, da diese Funktion kaum genutzt
wurde. Ergänzt wurde Progr@mm gleichzeitig durch die Rubrik
Seminarbausteine sowie durch spezielle Foren, in der sich die Nutzer des
Systems zu verschiedenen Themen und Fragen austauschen können. Die
Seminarbausteine enthalten Materialien für Seminargruppen und können
auch für die Zusammenarbeit unterschiedlicher Gruppen genutzt werden.
Die hier enthaltenen (vom IDS zur Verfügung gestellten) Materialien
können beliebig an die Bedürfnisse der einzelnen Seminare angepasst
werden. So können z.B. Seminarergebnisse eingestellt und lokal
gespeichert werden. Der Seminarleiter kann außerdem Geführte Touren
anlegen und seminarspezifische Foren einrichten lassen. Das Projektteam
hat selbst bereits eine Geführte Tour erstellt, die den Studierenden als
Einführung dienen kann. Neben der Erstellung dieser Funktionen wurde
die Propädeutische Grammatik inhaltlich erweitert - unter Anderem wurde
das Thema Wortstellung eingefügt. Geplant ist weiterhin die Erstellung
des Kapitels Satztypen. Abschließend betonte Horst Schwinn, dass die
Evaluationsergebnisse in etwa einem Monat über das PortaLingua-Portal
und in Progr@mm zugänglich gemacht würden.
Progr@mm: hypermedia.ids-mannheim.de/programm/
IDS Mannheim: GAIS mit neuen Funktionen und inhaltlichen Erweiterungen
Das
Programm GAIS wurde nach Aussage von Wilfried Schütte inhaltlich weiter
ausgebaut: Hinzugekommen sind eine Vielzahl neuer Glossareinträge sowie
ein Artikel zur Gesprächsrhetorik, der als seminarbegleitende
Einführung konzipiert ist. Die Software wurde parallel dazu in einer
Reihe von Lehrveranstaltungen evaluiert. GAIS soll langfristig als
Lernmodul im Grund- und Hauptstudium eingesetzt werden und gliedert sich
in vier Bereiche: Die Rubrik Theorie führt in Grundlagen, Grundbegriffe
und Forschungsansätze der Gesprächsanalyse ein, während die Rubrik
Werkzeuge eine Bibliographie sowie Links und Software zur
Gesprächsanalyse bietet. Des Weiteren enthält GAIS im Bereich
Analysepraxis praxisorientierte Informationen zur Datenerhebung und
Transkription sowie Analysebeispiele und Informationen zu einzelnen
Analysebereichen. Schließlich bietet die Rubrik Aufgaben dem Nutzer die
Möglichkeit, sein erworbenes Wissen zu überprüfen. Wilfried Schütte
betonte, dass speziell im letztgenannten Bereich einige Funktionen
ergänzt worden seien: Der Nutzer habe hier die Möglichkeit, mit Hilfe
von Geführten Touren und Lektürepfaden themenorientiertes oder
problemorientiertes Wissen zu erwerben. Die Inhalte werden zudem durch
multimediale Komponenten wie Animationen, Videos und Audiobeispiele
verdeutlicht. Als Ausblick erklärte Schütte abschließend, es solle GAIS
künftig in zwei Varianten geben: GAIS-expert und GAIS-didakt. Weiterhin
sei der Anschluss von Korpustechnologie und des Moduls Angewandte
Gesprächsforschung geplant.
GAIS: www.ids-mannheim.de/prag/GAIS/
Chemnitz: Schreibzentrum, LEO, VitaLi und Lehr-Lern-Module
Michael Klemm stellte Stand und Ergebnisse der vielen Einzelprojekte und -module des Chemnitzer Teilprojekts vor.
Die
Homepage des Schreibzentrums wurde weiter überarbeitet und ergänzt und
kann so weit im Rahmen des Projekts als abgeschlossen betrachtet werden.
Die Angebote werden von Lehrenden und Lernenden gleichermaßen genutzt
und erfreuen sich großer Beliebtheit.
Die Online-Zeitschrift LEO –
Lingua et opinio – wurde ebenfalls fertig gestellt. Durch eine
technische Umstellung auf PHP wurden neue Funktionen ermöglicht. So gibt
es nun unter anderem einen Newsletter, Umfragen, Votings,
Druckversionen, eine Suche und die Möglichkeit, Tondokumente
einzustellen. Nach Projektende kann LEO als offenes Projekt von der
Redaktion weiter betreut werden.
VitaLi, eine Sammlung von
Kurzbiographien und –portraits von Klassikern der Sprachphilosophie und
–wissenschaft, wurde zugunsten anderer Teilprojekte im vergangenen Jahr
nicht wesentlich weiter bearbeitet.
Der Zeitplan für das Modul zur
Einführung in die Gesprächsforschung konnte nicht ganz eingehalten
werden, das Modul kann aber voraussichtlich bis zum Projektende ganz
abgeschlossen werden.
Das Modul zur Praktischen Textanalyse wurde
inhaltlich leicht modifiziert, und die Oberfläche sowie eine
Beispiellektion sind fertig. Die Lerninhalte werden teilweise durch
Studierende eines Projektseminars mitgestaltet. Bis zum Jahresende
sollen ca. 10-15 Module online sein.
Außerdem wurde mit der Entwicklung eines Moduls Angewandte Sprachwissenschaft in der Organisationsentwicklung begonnen.
Schreibzentrum: www.tu-chemnitz.de/phil/germanistik/sprachwissenschaft/schreibzentrum/
LEO: www.tu-chemnitz.de/phil/leo
Dresden: EF-Editor und s2w-compiler wurden technisch weiter verbessert
Antje Proske stellte die Ergebnisse im Teilprojekt Dresden vor: Der
EF-Editor wurde funktional ausgebaut. Dabei wurden insbesondere die
Rückmelde- und Überarbeitungsfunktionen verbessert, so dass der Nutzer
seine eingegebene Antwort mit der Musterlösung vergleichen kann, die in
einem Extrafenster geöffnet wird. Außerdem kann im EF-Editor nun eine
gestaffelte Rückmeldung für mehrfach lösbare Übungen angelegt werden.
Dies bedeutet, dass bei der ersten falschen Antwort angegeben wird, dass
die eingegebene Lösung falsch ist. Beim zweiten falschen Lösungsversuch
wird der Ort des Fehlers angezeigt und diesbezüglich ein Feedback
gegeben, und das dritte Feedback gibt detaillierte Hinweise, die der
Autor zuvor entsprechend seiner Fehlererwartungen eingegeben hat.
Weiterhin stellte Proske die verbesserte Hinweisfunktion des EF-Editors
sowie zwei neue Aufgabentypen (Step-Aufgabe und card-Aufgabe) vor. Bei
den Step-Aufgaben muss die aktuelle Aufgabe vollständig gelöst sein,
bevor die nächste Aufgabe bearbeitet werden kann. Dies ermöglicht
beispielsweise die Steigerung des Schwierigkeitsgrades von Aufgabe zu
Aufgabe. Die card-Aufgabe funktioniert nach dem Karteikartenprinzip. Sie
wird momentan noch verbessert; ein Prototyp liegt bereits vor. Der
s2w-compiler wurde ebenfalls technisch optimiert. Hier können nun
Lehrpläne integriert werden, die den Studierenden einen thematisch
orientierten Lernweg vorgeben beziehungsweise empfehlen. Außerdem können
nun Glossarlinks in den Lehrtext integriert werden, die direkt auf den
entsprechenden Glossareintrag verweisen. Eine weitere Neuerung ist die
Integration von tooltips in den Lehrtext. Neben diesen Erweiterungen
wurden bereits bestehende Funktionen wie beispielsweise die Medienlinks
verbessert. Proske betonte außerdem, dass zusätzlich das Modul ETest,
das Klausurmodul sowie eine englische und eine französische Version des
Studierplatzes entwickelt worden seien. Abschließend bot sie an, allen
Projektpartnern die vorhandenen EF- und HTML-Dateien der verschiedenen
Aufgabentypen über das PortaLingua-Portal zur Verfügung zu stellen.
Studierplatz 2000-Homepage: studierplatz2000.tu-dresden.de
Oldenburg: Inhaltliche Gestaltung ist nahezu abgeschlossen
Die Erstellung des Oldenburger Lernmoduls zum Konflikt- und
Kommunikationstraining ist nach Aussage von Johannes Pankau inhaltlich
nahezu abgeschlossen. Sowohl die Lehrtexte als auch die
Übungsmaterialien zu den vier Programmteilen sind größtenteils
erarbeitet und integriert. Auch die interaktiven Elemente, vorwiegend
Audio- und Videobeispiele, wurden weitestgehend erstellt. Pankau betonte
jedoch, dass es bei diesen Materialien teilweise Probleme mit der
rechtlichen Verwertung gebe, da es sich teilweise um Fernsehaufnahmen
handele. Während 3SAT das entsprechende Material zur kostenlosen
Verwendung freigegeben hat, sperrt sich der WDR gegen eine kostenlose
Nutzung. Die geforderten Gebühren wären jedoch zu hoch, um sie aus
Projektmitteln zu finanzieren. Die freigegebenen und selbst erstellten
Videoaufnahmen wurden teilweise bereits mit Hilfe der Software Fast
Studio bearbeitet und integriert. Ein weiterer Teil wird zurzeit
eingefügt. Auch die Programmarchitektur, die Navigation und ein Teil des
Layouts wurden im Verlauf des letzten Jahres überarbeitet. Die
Evaluation einzelner Programmteile in verschiedenen Lehrveranstaltungen
sei „mit großem Erfolg“ durchgeführt worden, so Pankau. Nach wie vor
soll das Lernmodul als Ergänzung der Präsenzlehre genutzt werden, dabei
steht die Präsentationsform (CD, DVD oder Onlineangebot) noch aus.
Essen: Teilprojekt KITT ist erfolgreich abgeschlossen
Bereits im
März diesen Jahres ist das Essener Teilprojekt KITT ausgelaufen. H.
Walter Schmitz erklärte, dass die Erfahrungen, die das Projektteam bei
der Durchführung von Telekonferenzen gesammelt habe, dokumentiert und
auf der Projekthomepage veröffentlicht wurden. Im Sommersemester führte
H. Walter Schmitz ein erstes Seminar zum Thema Telekonferenzen durch.
Zukünftig sollen die Studierenden außerdem im Rahmen von
Trainingsveranstaltungen den Umgang mit der für Telekonferenzen
notwendigen Technik erlernen. Dabei führen die Teilnehmer selbst
Telekonferenzen durch, um die Bedingungen für eine sinnvolle Interaktion
zu erproben und so einen sinnvollen Umgang mit der Technik zu erlernen.
Zu diesem Zweck wurden zwei verschiedene Szenarien erstellt: Im ersten
Fall können die Studierenden sowohl das Bild des Interaktionspartners
als auch das eigene an den Interaktionspartner übermittelte Bild sehen.
Parallel dazu können sie beide Audiosignale (das eigene und das des
Interaktionspartners) wahrnehmen. Dies ermöglicht es den Studierenden,
die Perspektive des Gegenübers kennen- und einschätzen zu lernen. In
einem zweiten Szenario nehmen die Studierenden lediglich das Audiosignal
des Gegenübers sowie das Bild des Interaktionspartners wahr. So lassen
sich die Bedingungen für die Studierenden insgesamt besser beschreiben
und analysieren. Schmitz betonte, dass das vorhandene technische
Know-How weiter sinnvoll eingesetzt werden solle. Gleichzeitig werde die
Projekthomepage einem größeren Publikum bekannt gemacht, um die
vorhandenen Erfahrungen einem größeren Personenkreis zugänglich zu
machen.
KITT: www.uni-essen.de/kitt/
KOLOSS: Navigation und technische Umsetzung wurden verbessert
Volker Pruß stellte die Neuerungen der KOLOSS-Lernplattform vor. Hier
wurden sämtliche Seiten technisch umgearbeitet, um diese an eine
CSS-Datei anbinden zu können. Weiterer wichtiger Bestandteil der Arbeit
im vergangenen Jahr war die Verbesserung der Navigation. Das Ziel war
dabei, KOLOSS so zu gestalten, dass der Nutzer mit wenigen Klicks an
sein Ziel kommt. Außerdem wurde die Datenbankanbindung mittels PHP und
Javascript programmiert. Diese zeitintensiven technischen Arbeiten
ließen nach Aussage von Pruß nur relativ wenig Zeit für eine Erweiterung
des Bibliographie- und Biographie-Datenbestands. KOLOSS wird außerdem
zur Nutzung mit anderen Trägermedien vorbereitet, damit die Software
parallel zum Buch Grundkurs Kommunikationswissenschaft als CD genutzt
werden kann. Die Layoutänderungen, die technische Überarbeitung der
Seiten sowie die Überarbeitung der Navigation sind vollständig
abgeschlossen. Die Verlinkung der technisch überarbeiteten Einzelseiten
sowie die Neuimplementierung der Testfragen stehen jedoch noch aus. Die
für das Erstellen einer CD notwendige Plattformunabhängigkeit ist
ebenfalls noch nicht erreicht. Neben diesen Aufgaben hat Volker Pruß für
die verbleibende Projektzeit die Erstellung eines technischen Handbuchs
sowie eines Produktionshandbuchs geplant, damit die Pflege und Wartung
der Software leichter zu realisieren ist. Er habe die Vision, die Pflege
und Wartung des KOLOSS möglicherweise einer Gruppe von Studierenden zu
überlassen, betonte Pruß abschließend.
KOLOSS: www.kowi.uni-essen.de
Essen: Multimediale Lernmaterialien werden bereits in der Lehre eingesetzt
Karl-Dieter Bünting erläuterte den Stand des Essener Teilprojekts
Multimediale Lernmaterialien in der grundständigen Lehre. Er erklärte,
die PowerPoint-Folien zum Grundkurs Sprachwissenschaft sowie zu den
Themen Sprachvarietäten, Fachsprachen, Schrift und Rechtschreibung,
Schreiben und Textsorten, Syntax, Lexikalische Semantik und Grundfragen
der Sprachdidaktik seien vollständig erstellt und würden in der
Präsenzlehre eingesetzt. Die in den Veranstaltungen eingesetzten Folien
würden zwei Tage nach dem jeweiligen Seminar in abgespeckter Version ins
Netz gestellt. Die in den Folien gegebenenfalls vorhandenen Bilder
werden dabei aus urheberrechtlichen Gründen entfernt. Ansonsten sind
alle in der Veranstaltung gezeigten Informationen enthalten. Das Layout
der Folien sei laut Bünting bisher unterschiedlich gestaltet, um im
Praxistest zu ermitteln, welche der bislang verwendeten Farbgebungen für
den Einsatz im Hörsaal am Besten geeignet sei. Zum Thema Erstlesen und
Erstschreiben ist ein weiterer Foliensatz in Arbeit, ansonsten ist die
Produktion von Lernmaterialien abgeschlossen. Werner Schöneck stellte im
Anschluss an diese Ausführungen das erste Kapitel des Flashmoduls Was
ist die deutsche Sprache? vor, mit dessen Erstellung im vergangenen Jahr
begonnen wurde. Das Modul ist eine multimediale Umsetzung einer Reihe
von Audio-CDs. Hier werden die deutsche Sprache und ihre Varietäten in
zwölf Kapiteln anhand von zahlreichen Animationen, Audiobeispielen und
Lehrtexten ausführlich dargestellt.
Lernmaterialien: www.uni-essen.de/linguistik.buenting/
Rahmen und Ausblick
Neben den Einzelpräsentationen war noch
ausreichend Zeit, über die Projektkooperationen und ein geplantes
Buchprojekt zu sprechen. Es hat sich gezeigt, dass die Zusammenarbeit im
Projektverbund nicht nur verbessert wurde, sondern auch schon Früchte
getragen hat. Alle waren sich einig, dass wir durch eine noch engere
Zusammenarbeit sicher alle anvisierten Ziele bis zum Februar 2004
erreichen können.
Den ersten Tagungstag ließen wir im Restaurant
„Mezzo Mezzo“ ausklingen. Hier bot sich noch einmal die Gelegenheit,
offene Fragen zu besprechen und einander noch etwas besser kennen zu
lernen. Außerdem wurde beschlossen, dass im Januar 2004 noch eine
zusätzliche und abschließende Tagung stattfinden soll, bei der das
Gesamtprodukt präsentiert und über die PortaLingua-Zukunft beraten
werden kann.
